Bericht Bundesjugendseminar 2019

Das war wieder ein tolles Seminar mit vielen neuen Erfahrungen!

Mittwoch 17.7.2019

Nach der Zusammenkunft um 18:00 bei der Forstwirtschaftlichen Schule in Bruck an der Mur folgte die Zimmereinteilung.

Um 19:00 Uhr wurde das Buffet mit verschiedenen Österreichischen Spezialitäten kredenzt, die jeder  aus seiner Heimat mitgebracht hat. Unter anderen gab es Tiroler Knödel, Kärntner Gluntner, Lungauer Rahmkoch, Vorarlberger Ribel, Oberösterreichisches Bratl und Weinviertler Weißwein.

Nach dieser Stärkung folgte das musikalische und tänzerische Kennenlernen.

Mit einfachen Tänzen die von Gerald und Anda gespielt wurden, wechselten wir zu uns unbekannten Personen, um uns gegenseitig vorzustellen.

In dieser aufgelockerten Stimmung tanzten wir bis in die frühen Morgenstunden.

Donnerstag: Verrenkungen und mittelalterliche Flöhe

Nach einer etwas kurzen ersten Nacht in der Forstschule starteten wir voll motiviert in den ersten ganzen Tag des Seminars. Steirische Tänze standen auf dem Programm und Vortänzer Thomas Lang erklärte uns Nicht-Steirern mit viel Geduld Woidhansl, Kreuzpolka und Co. Nach dem Mittagessen ging es mit schwierigeren Tänzen weiter. Besonders der Leobner Steirische hatte es in sich. Von einer ersten Figur mit ungewöhnlich viel Körperkontakt bis zu den vier verschiedenen Eisenerzer-Figuren brachte der außergewöhnliche Tanz unsere Köpfe zum Rauchen. Als wir nachher noch einige Figuren des Eisenerzer Steirische ausprobierten fühlte sich das Tanzen verdächtig nach Gymnastikstunde an – Verrenkungen inklusive! Einigen von uns wurde sogar offiziell attestiert, dass sie dafür „einfach zu kurze Arme“ haben. Beim spaßigen Ausprobieren war aber deutlich zu sehen: An der Motivation fehlte es uns auf keinen Fall! Um wieder zu Kräften zu kommen legten wir nach dem Tanzprogramm eine kurze Nachmittagspause ein bevor es nach dem Abendessen zum Brucker Hauptplatz ging, auf dem uns Frau Mag. Pabst zu einer mittelalterlichen Stadtführung erwartete. Als „Weib des Nachtwächters“ führte sie uns durch den historischen Ortskern sowie ans Murufer und erklärte uns allerhand Wissenswertes über unseren Seminarort. Mindestens genauso unterhaltend wie die Infos zu alten Bürgerhäußern, Heiligenfiguren und früher Murschifffahrt, war es jedoch auch Alex und Steffi zuzusehen, wie sie in voller Montur durch den Brucker Stadtbrunnen liefen. Zum Abschluss der Führung versuchten wir noch mit Feuersteinen Funken zu erzeugen und erhielten von Nachtwächterin Pabst alle einen imaginären „Floh“ geschenkt. Ausklingen ließen wir den Abend dann noch bei einigen Gläschen im Speisesaal und wie üblich konnten sich einige nicht vor den frühen Morgenstunden zum Schlafengehen überwinden.

Freitag 19.7.2019

Nach dem Frühstück wiederholten wir die Steirischen Figurentänze mit Sepp Pfnadschek und Michael Schlegl als Tanzleiter. Musikalisch wurden wir von Ewald Peiser auf der Steirischen begleitet.  Dann erlernten wir noch neue Tänze.

Ausgeruht von der einstündigen  Mittagspause fuhren wir nach Spielberg. Zuerst wurden wir in die Welt und die Geschichte des Redbullrings eingeführt, Nach dem Besuch der VIP.Lounge, der Sieger-Tribüne und Fotoshooting durften wir unsere eigenen Rennfahrerqualitäten auf der Kartbahn unter Beweis stellen. Traditionell wurde zuerst Qualifying gefahren und dann wurde es ernst auf der Rennstrecke. Wie es sich gehört, wurden die Sieger mit Sektflaschen gekürt. Am Abend ließen wir den Tag mit einer Grillparty gemütlich ausklingen. Mit Musik, Tanz und Spielen genossen wir noch die Nacht.

Samstag: Ein gelungener Abschluss

9 Uhr Programmbeginn und gleich Gruppenteilung: Während die Männer beim Platteln ins Schwitzen kamen, entdeckten die Mädels ihr Talent für das „Stenzen“. Bei dieser speziellen Art des Stoffdrucks entstanden mit Hilfe von Referentin Silvia Stradner viele kleine Kunstwerke von
T-Shirts über Polsterbezüge bis hin zu Tischdecken. Am Nachmittag fand sich jedoch die ganze Gruppe wieder gemeinsam im Tanzsaal ein um für den anstehenden Abschlussabend noch einmal die neu gelernten Steirischen Tänze durchzuproben. Weil wir uns so gut anstellten, zeigten uns unsere Vortänzer Manuel und Michael als Draufgabe noch die Annenpolka, deren Figuren bei allen für ausgelassene Stimmung sorgten. Als wir uns in unsere Trachten warfen, machte sich auch langsam die Aufregung bemerkbar. Würden wir die neuen Tänze meistern? Moderiert wurde der Abschlussabend von Rossecker-Obmann Thomas Lang. Und zu unserer großen Freude, hatte er einige Kinder aus der Jugendgruppe mitgebracht. Die jungen Trachtlerinnen und Trachtler tanzten und plattelten perfekt und mit viel Freude. Auch dass unser Vortänzer Manuel als Tänzer einspringen musste, tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Eine Gruppe von Goaßelschnalzern wirkte ebenso beim Abschlussabend mit und zeigte lautstark ihr Können. Schließlich war es soweit und wir präsentierten den „Leobner Steirisch“, den „Ausseer Steirisch“ und die „Kreuzpolka“ ohne grobe Fehler. Auch die am Vormittag gelernten Plattler wurden aufgeführt: der traditionelle Amboss-Plattler und als moderner Kontrast ein abwechslungsreiches Plattl-Programm zum Lied „Narcotic“, für das die Männer tobenden Beifall ernteten. Insgesamt ein perfekter Abschluss für ein sehr schönes Seminar.

Sonntag 21.7.2019

Wieder einmal war die Zeit viel zu schnell vergangen. Nach dem letzten Frühstück folgte die Feedbackrunde. Es stellte sich heraus, dass sich die Frischlinge am Seminarvirus angesteckt haben.

Elfriede die ÖTJ-Mama erklärte den Teilnehmern Wer oder Was ist die ÖTJ. Sprach den Teilnehmern die Einladung zur CIOFF-Folkloriada 2020 aus, erklärte das Programm und wies darauf hin dass am 31.8.2019 Anmeldeschluss ist. Anschließend stellte Desiree Lirnberger die Bundesjugendvertretung  vor. Mit der Annenpolka als Abschlußtanz und einem gemeinsamen Österreichbuffet-Resteessen gingen wieder einmal eine schöne, gemeinsame, tanzreiche Zeit zu ende.

Die Trachtenjugend bedankt sich beim Team der Steirischen Trachtenjugend für die Organisation und Ausrichtung dieser erlebnisreichen Tage.

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